Zurück   Startseite   Druckversion 22. Mai 2003

Artothek der Kunststation Kleinsassen

Kunst als Leihgabe

Von Roswitha Birkemeyer und Sabine Ick.

Es ist nicht das erste Mal, daß die Kunststation Kleinsassen im
Artothek
Blick in die Artothek
positiven Sinne "aus der Reihe tanzt" und bahnbrechende Wege einschlägt. Keine Frage: Das Projekt Artothek ist für die Region ungewöhnlich, denn seit November 1997 können in der Kunststation Kleinsassen Kunstwerke ausgeliehen werden. Zahlreiche Bilder, Grafiken, Fotografien, Plastiken und Installationen fanden in den 20 Jahren des Bestehens der Kunststation Eingang in die Sammlung und fristen dort ein beschauliches Dasein. Damit ist jetzt Schluß: Raus aus dem Kulturschlaf, rein in die Wohnstube, ins Atelier, in die Praxis oder Kanzlei.

Und genau das ist erklärtes Ziel der Kunststation Kleinsassen: Kunst für jeden erschwinglich zu machen, finanzielle Barrieren aufzulösen und sich mit Kunst im persönlichen oder beruflichen Lebensraum auseinanderzusetzen - ohne Kaufzwang. Wie in einer Bibliothek Bücher zur Auswahl stehen, hält die Artothek Kunstwerke und Informationen über Kunst und Künstler bereit. Die Regelausleihzeit beträgt ein Jahr, eine Verlängerung auf maximal drei Jahre ist möglich. Der Entleiher zahlt eine jährliche, am Wert des Kunstwerkes ausgerichtete Leihgebühr, in Höhe von drei Prozent des Bildwertes oder aber mindestens 20,00 Euro. Wer das Kunstwerk in den eigenen vier Wänden behalten möchte, kann immer noch kaufen - die Leihgebühr wird in diesem Fall angerechnet.

Vertreten sind in der Artothek bekannte und weniger bekannte Künstler. Mit von der Partie sind beispielsweise Peter Blum, Bernd Baldus, Veronika Dutt, Predraq Heqedüs, Günther Liebau, Nuria Quevedo und Milivoje Unkovic. Doch nicht nur Kunstwerke aus der Sammlung sind in der Ausleihe zu finden. Erweitert wird das Angebot durch Leihgaben von Künstlern, die in Kleinsassen verweilen sowie durch Leihgaben aus den Ausstellungen in der Kunststation Kleinsassen.

Die Türen der ersten Artothek öffnete der Landkreis Fulda, der auch den Großteil der mehr als 600 Arbeiten aktueller Kunst stellt. Aus Mitteln des Förderprogramms LEADER II, das Mittel der Europäischen Union und des Landes Hessen bereitstellt, übernahm das Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft Fulda über die Hälfte der Kosten.

Die Artothek ist im 1994 erbauten Magazin der Kunststation Kleinsassen untergebracht und während der allgemeinen Öffnungszeiten zugänglich. Die Kunstwerke werden in einem Zugregalsystem gelagert oder gehängt. Die einzelnen Bilderwände können in den ausgeleuchteten Raum gezogen und aus entsprechenden Abstand betrachtet werden. An der Infothek im selben Raum erhalten die Interessenten Informationen über Kunstwerk und Künstler. Daneben wird Material über allgemeine Kunstthemen geboten.


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Geöffnet: dienstags - sonntags, 11 - 18 Uhr

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dienstags - sonntags, 11 - 18 Uhr,

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Carl Constantin Steffeck: Reiterporträt, 1867, Öl auf Leinwand, 74 x 95 cm
Den eleganten Reiter auf braunem Vollblut stellt Steffeck (1818 - 1890) in einer Allee vermutlich in Berlin vor sonnenbeschienenen Häuserfassaden dar. Bei dem Reiter soll es sich - nach mündlicher Überlieferung - um die Darstellung des Prinzen Karl von Preußen handeln. Steffeck war neben den Münchner Pferdmalern der Familie Adam der beste deutsche Pferde- und Hundemaler der 2. Jahrhunderthälfte und Schüler des berühmten Berliner Malers Franz Krüger.

Das Bild der Kunststation Kleinsassen auf der Startseite ist ein Ausschnitt eines Fotos des Fuldaer Fotografen Andre Druschel
(www.druschel-photography.de).